Junge Ideen fürs Land 2016/17 – Gewinnerideen

logo_le_ideenpreis_rgb-300x122Probleme für ländliche Regionen erkennen, anpacken und lösen: Genau dazu wollte der Ideenwettbewerb „Junge Ideen fürs Land“ Jugendliche und junge Erwachsene motivieren.

Das war unsere Frage: „Wie kann das Leben und Arbeiten auf dem Land entscheidend verbessert werden?“

Neben ländlichen Jugendorganisationen und Vereinen wurden ganz gezielt land- und forstwirtschaftliche Fachschulen und HBLAs sowie Hochschulen angesprochen. Um Team- und Projektarbeiten an Schulen zu fördern, waren bei dem Ideenwettbewerb Einzel- und Gruppeneinreichungen möglich.

Pro Alterskategorie (unter 20 sowie 20 bis 30 Jahre) und drei inhaltlichen Schwerpunkten wurde jeweils die beste Idee von einer Fachjury ausgewählt. Zusätzlich gab es Sonderpreise für die Schule mit den meisten Einreichungen sowie die Idee mit den meisten „Likes“ im Community-Votings zu gewinnen. Das sind die Preisträgerinnen und Preisträger im Überblick:

Arbeitsplätze & Verdienstmöglichkeiten:

  • Unter 20 Jahre: Fabian Glasner mit der Idee Lehrlingsparlament“
  • 20 bis 30 Jahre: Tamara Shahin, Andreas Landerl und Markus Reifinger mit der Idee LaMa – Regional leben – Natur genießen“

Umwelt & Ressourcen:

  • Unter 20 Jahre: Sebastian Moser mit der Idee Smartes Hagelnetz“
  • 20 bis 30 Jahre: Niklas Trenkler mit der Idee Feedit“

Lebensqualität & Zusammenleben:

  • Unter 20 Jahre: Lisa Neuhauser mit der Idee Mobiler Jugendraum“
  • 20 bis 30 Jahre: Susanne Feichtinger mit der Idee Bestellt und Mitgenommen“

Community-Sonderpreis:

  • Theresia Posch, Nadine Grießer, Tamara Kuen und Martin Grüneis mit der Idee How to start – Der Gründerleitfaden für JungunternehmerInnen im Tiroler Oberland“

Schule mit den meisten Einreichungen:

  • Höhere Bundeslehr- und Forschungsanstalt Raumberg-Gumpenstein

Die Gewinnerideen, die  viele unterschiedliche Herausforderungen des Lebens und Arbeitens am Land adressieren, im Detail:

Geht es nach dem Gewinner Sebastian Moser in der Kategorie „Umwelt & Ressourcenschutz – unter 20 Jahre“ brauchen sich Österreichs Obst- und Weinbauern bald nicht mehr vor Ernteeinbußen durch Hagelschäden fürchten. Sein „Smartes Hagelnetz“ ist eine Schutzvorrichtung, die mit einer Wetterstation verbunden ist, und sich automatisch kurz vor dem Eintreffen des Hagels aufspannt.

Mehr Unabhängigkeit von Soja als Futtermittel verspricht „Feedit“ den heimischen Landwirtinnen und Landwirten. Dabei handelt es sich um eine Box, mit der Mehlwürmer mittels Biomüll gezüchtet werden können. Diese stellen durch ihren hohen Proteingehalt ein hervorragendes Futtermittel für Nutztiere dar. Die Gewinneridee in der Kategorie „Umwelt & Ressourcenschutz – 20 bis 30 Jahre“ stammt von WU-Student Niklas Trenkler, der bereits einen „Feedit“-Prototypen selbst gebaut hat.

Dem Thema des akuten regionalen Fachkräftemangels nimmt sich die Siegeridee in der Kategorie „Arbeitsplätze & Verdienstmöglichkeiten – unter 20 Jahre“ an. Durch ein „Lehrlingsparlament“ im Bezirk Freistadt sollen Betriebe in der Region vor den Vorhang geholt werden. Einreicher Fabian Glasner, selbst Lehrling zum Bautechnischen Zeichner, ist es Anliegen, anderen jungen Menschen, die Vorzüge eines Lehrplatzes in der Region aufzuzeigen.

Den Trend zu regionalen Lebensmitteln greift die Siegeridee in der Kategorie „Arbeitsplätze & Verdienstmöglichkeiten – 20 bis 30 Jahre“ auf. Tamara Shahin, Andreas Landerl und Markus Reifinger haben gemeinsam die Idee zu „LaMa – Regional leben – Natur genießen“ entwickelt. Es handelt sich dabei um ein Konzept für einen regionalen Lebensmittelmarkt, welcher als Logistikplattform, Konsumentinnen und Konsumenten die Möglichkeit bietet, direkt im Markt oder alternativ über das Internet, aus einer umfassenden Produktpalette ausschließlich regionaler und qualitativ hochwertiger Lebensmittel auszuwählen.

Um das Thema Einkaufen geht es auch bei der Gewinneridee in der Kategorie „Lebensqualität & Zusammenleben – 20 bis 30 Jahre“ von Studentin Susanne Feichtinger. Durch das Aussterben der lokalen Nahversorger, stellt das Einkaufen für Personen ohne eigenes Auto am Land oft eine große Herausforderung dar. Künftig könnte hier die App „Bestellt und Mitgenommen“ Abhilfe schaffen. Personen, die ohnehin einkaufen gehen, können sich über die App mit anderen absprechen und für diese Personen kleinere Einkäufe miterledigen.

Durch die Siegeridee in der Kategorie „Lebensqualität & Zusammenleben – unter 20 Jahre“ von Schülerin Lisa Neuhauser soll ein neues Angebot für die Jugendlichen in ihrem Heimatort geschaffen werden, wo es derzeit an adäquaten Aufenthaltsmöglichkeiten bei Schlechtwetter mangelt. So entstand die Idee zum „Mobilen Jugendraum“, bei dem ein alter Transportanhänger zu einem Aufenthaltsraum umgebaut werden soll, der zusätzlich als mobile Bühne für regionale Feste und als Veranstaltungsraum genutzt werden kann.

Darüber hinaus wurden beim Wettbewerb zwei Sonderpreise vergeben: Einen Monat lang konnten alle registrierten Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf der Plattform für die beliebteste Idee abstimmen. Gewonnen hat den Community-Preis die Idee „How to start – Der Gründerleitfaden für die JungunternehmerInnen im Tiroler Oberland“ von Theresia Posch, Nadine Grießer, Tamara Kuen und Martin Grüneis aus Imst, die die Idee im Rahmen eines Schulprojekts entwickelt haben. Anhand des Beispiels eines regionalen Tischlereibetriebs gibt der Leitfaden Neugründerinnen und -gründern im Tiroler Oberland wichtige Hilfestellungen und Tipps für die Gründung eines eigenen Unternehmens.

Der zweite Sonderpreis ging an die Schule mit den meisten Einreichungen. Hier hat die HBLFA Rauerg-Gumpenstein mit tollen 93 Ideen, also fast einem Drittel aller Ideen, das Rennen gemacht. Direktor HR Mag. Dr. Anton Hausleitner ist begeistert über den Gewinn und die herausragende Leistung seiner Schülerinnen und Schüler: „Wir sind stolz, dass die HBLFA Raumberg-Gumpenstein den Sonderpreis gewonnen hat. Viele meiner Kolleginnen und Kollegen haben den Ideenpreis aktiv in ihren Klassen unterstützt. Die Vielfalt und Qualität der eingereichten Ideen zeigt deutlich die Breite unserer Ausbildung, die Lehre und Forschung unter einem Dach vereint.“

Alle Preisträgerinnen und Preisträger wurden am 27. April 2017 im Rahmen der offiziellen Preisverleihung von Bundesminister Andrä Rupprechter für ihren Gewinn ausgezeichnet. Das Netzwerk Zukunftsraum Land gratuliert, auf diesem Weg, allen Gewinnerinnen und Gewinnern nochmals sehr herzlich!

Der Ideenpreis wurde unterstützt von:

Die Österreichische Hagelversicherungpoettinger-entsorgungstechnikRWA